Von Cornelia Ohst – Marbacher Zeitung

Steinheim – Viele Bürger und vornehmlich ältere Menschen, werden jetzt erleichtert aufatmen: Der Steinheimer Bürgerbus hat nämlich seine langersehnte Dienstleistung am gestrigen Dienstag aufgenommen. Der häufig geäußerte Wunsch: „Ach hätte ich doch jemanden, der mich mal zum . . . fährt . . .“, wird ab sofort an drei halben Tagen der Woche in Erfüllung gehen. Pünktlich um 13 Uhr wie es der Fahrplan vorsieht, ist der Kleinbus, der acht Personen aufnehmen kann, am Dienstag vom Steinheimer Bahnhof aus gestartet. Der Fahrersessel war dabei prominent besetzt: Bürgermeister Thomas Winterhalter hat extra seinen Urlaub unterbrochen und es sich nicht nehmen lassen, die Jungfernfahrt zu übernehmen. Zuvor aber gab es eine Feierstunde, die deutlich machte, dass das Projekt beherzt von zahlreichen Schultern getragen wurde. Sie hat auch die große Freude über die Realisierung zum Ausdruck gebracht. Organisatorin Sandra Weiß, die das Busprojekt innerhalb des Bürgernetzwerks ins Rollen gebracht hatte, begrüßte die zahlreich Erschienenen und erinnerte daran, dass das Steinheimer Stadtentwicklungskonzept den Ausschlag gegeben hatte, um eine Konzepterstellung für den Bürgerbus zu bewirken. „Und dafür wurde das Bürgernetzwerk gegründet“, dem zahlreiche Workshops und Gespräche auch mit den Marbacher Bürgerbus-Kollegen folgten. „Mit kleineren Unterbrechungen haben wir jetzt zwei Jahre daran gearbeitet“, führte Weiß aus und ihr Dank galt besonders Bürgermeister Thomas Winterhalter, der stets ein offenes Ohr gezeigt habe. Außerdem dankte sie dem Gemeinderat und den Bauhof-Mitarbeitern, die die Haltestellen eingerichtet haben. Und der pensionierte Busfahrer Reinhold Laiß gab in den letzten Monaten sein Wissen an die 14 neuen Kollegen weiter: Er wies sie in die Route ein und demonstrierte, wie Haltestellen angefahren und Fahrgäste unterstützt werden. Sandra Weiß überreichte dem Verwaltungschef nicht nur den Schlüssel für den neuen Personen-Transporter, sondern auch den Bürgerbus-Ordner, der alle wichtigen Informationen enthalte und wünschte den Fahrern „gute und allseits unfallfreie Fahrt“. Die übrigens, wie auch der Schultes, waren im Design der Steinheimer „Teamwear“ erschienen. Eine in den Farben schwarz-grau gehaltene Sweatjacke mit roten Konturen, auf der das Steppi-Logo ebenso prangt, wie der jeweilige Name des Fahrers. Bürgermeister Winterhalter machte mit seinen Worten deutlich, dass das Projekt „ohne Anschubfinanzierung“ nicht möglich gewesen sei und dankte deshalb besonders auch der Bürgerstiftung. Er kündigte an, dass ein entsprechender Infoflyer an alle Haushalte verteilt werde und zeigte sich hocherfreut, dass so viele Ehrenamtliche ihre Zeit investieren, „um ihre Mitmenschen künftig verlässlich von A nach B zu bringen“. Er dankte dem örtlichen Autohaus für die Nachrüstung und allen Fahrern, darunter zwei weiblichen, für ihr beherztes Engagement. Diese hatten sich obendrein gesundheitlich checken lassen, um den Beförderungsschein zu erhalten, der bei offiziellen Fahrangeboten nötig ist. Von nun an fahren sie im personellen Wechsel die insgesamt 39 Haltestellen innerhalb der Kernstadt an, die die Fahrgäste allstündlich dienstags und donnerstags quer durch die Urmenschstadt bringen. Samstags wächst das Angebot dann sogar auf 60 Haltestellen an, denn an diesem Tag wird auch der Teilort Höpfigheim angefahren. Die Mitfahrenden bezahlen für jede Strecke, gleichgültig wie lang sie ist, einen Euro.